![]() |
|
Jonah Weaver - Druckversion +- OWLWAYS (https://owlways.makemerun.de) +-- Forum: Charaktere (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=7) +--- Forum: Charakterverzeichnis (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=12) +---- Forum: Steckbriefe (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=40) +---- Thema: Jonah Weaver (/showthread.php?tid=1038) |
Jonah Weaver - Jonah Weaver - 15.05.2026 Lebenslauf: Jonah Malachi Weaver wurde am 12. April 1948 im Amish Country in Ohio geboren, wobei er 27 Minuten jünger ist als seine Zwillingsschwester Rebekah. Ihre Mutter Miriam Weaver war zu diesem Zeitpunkt erst sechzehn Jahre alt. Die Schwangerschaft selbst galt innerhalb der streng religiösen Gemeinschaft bereits als Skandal, doch der eigentliche Bruch lag im Vater der Kinder: ein junger Schwarzer Mann außerhalb der Amish-Gemeinschaft, zu dem Miriam eine kurze, heimliche Beziehung gehabt hatte. Über ihn wurde später kaum noch gesprochen. Jonah weiß bis heute nur wenig über seinen leiblichen Vater, außer dass dieser vermutlich ebenfalls magisch gewesen sein muss, da sonst weder er noch seine Schwester Zauberkräfte entwickelt hätten. Persönlich spielte der Mann nie eine Rolle in ihrem Leben, dennoch beeinflusste seine Existenz ihre gesamte Zukunft. Durch die Schwangerschaft und die Beziehung verlor Miriam innerhalb der Gemeinschaft nahezu jeden sozialen Halt. Um ihren Ruf zumindest teilweise „wiederherzustellen“, wurde sie vergleichsweise schnell an einen deutlich älteren Amish-Mann verheiratet, der bereits verwitwet war. Die Ehe war nie liebevoll, sondern vor allem geprägt von Kontrolle, religiösem Druck und Gewalt. Besonders Rebekah bekam die Spannungen innerhalb der Familie früh zu spüren. Jonah lernte schon als Kind, Situationen aufmerksam zu beobachten, Konflikte früh wahrzunehmen und sich schützend vor andere zu stellen. Viele der Eigenschaften, die ihn später ausmachen sollten: seine Überverantwortlichkeit, sein Bedürfnis nach Kontrolle durch Fürsorge und seine Schwierigkeit, andere Menschen „im Stich zu lassen“, entstanden bereits in dieser Zeit. Als die Zwillinge etwa neun Jahre alt waren, gelang Miriam schließlich die Flucht aus ihrer Ehe und der Gemeinschaft. Gemeinsam mit ihren Kindern ging sie nach England und ließ ihr bisheriges Leben vollständig hinter sich. Der Neuanfang in London war jedoch alles andere als einfach. Aus der abgeschotteten, streng religiösen Welt der Amish wurden sie plötzlich in Armut, Unsicherheit und soziale Fremdheit geworfen. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen, zog mehrfach um und bewegte sich dauerhaft am Rand finanzieller Stabilität. Gleichzeitig mussten Jonah und seine Schwester lernen, sich in einer völlig anderen Realität zurechtzufinden. In der Schule galten sie als seltsam, weltfremd und sozial unbeholfen, da sie viele Dinge aus ihrer Kindheit wortwörtlich glaubten und große Teile moderner Alltagskultur nicht kannten. Kurz darauf erhielt die Familie überraschend die Hogwarts-Briefe der Zwillinge. Niemand hatte mit Magie gerechnet. Am wenigsten Jonah selbst, der den Brief zunächst für einen schlechten Scherz hielt. Mit Hogwarts begann für ihn dennoch zum ersten Mal ein Ort, an dem er nicht grundsätzlich falsch wirkte. Er wurde Gryffindor zugeteilt, spielte später als Treiber in der Hausmannschaft und fand erstmals echte Freundschaften und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Trotz seiner vergleichsweise stillen Art galt er früh als zuverlässig und verantwortungsbewusst. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1963 zog er sich zunächst stark zurück, stabilisierte sich jedoch in den folgenden Jahren wieder und wurde später sogar Vertrauensschüler. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand seiner Mutter zunehmend. Die Jahre von Gewalt, Armut und sozialer Isolation hatten deutliche Spuren hinterlassen. Miriam entwickelte ein Drogenproblem und verlor immer stärker den Halt im Alltag. Im vierten Schuljahr entschied Jonah erstmals, Weihnachten nicht nach Hause zu fahren und stattdessen in Hogwarts zu bleiben. Wenige Monate später starb seine Mutter. Bis heute trägt Jonah die irrationale, aber tief verwurzelte Überzeugung mit sich, dass ihr Tod vielleicht hätte verhindert werden können, wenn er damals nach Hause gefahren wäre. Nach dem Tod ihrer Mutter standen Jonah und seine Schwester als Minderjährige zunächst weitgehend ohne familiäre Absicherung in England da. Über Behörden oder schulische Unterlagen wurde schließlich Kontakt zu ihrer Großmutter in den USA aufgenommen, obwohl zwischen Miriam und ihrer Herkunftsfamilie über Jahre hinweg praktisch kein Kontakt mehr bestanden hatte. Die Nachricht wurde innerhalb der Familie nicht mit Mitgefühl aufgenommen. Für Jonahs Großmutter galten Miriam und ihre Kinder weiterhin als lebender Beweis eines Skandals und moralischen Scheiterns. Dennoch entschied sie sich schließlich dazu, die Amish-Gemeinschaft vorübergehend zu verlassen und nach England zu gehen, um die Zwillinge bei sich aufzunehmen. Dahinter stand jedoch weniger Zuneigung als vielmehr ihr Pflichtgefühl und die Überzeugung, dass die Kinder nach den „chaotischen“ Jahren bei ihrer Mutter noch zu einem gottgefälligen Leben zurückgeführt werden könnten. Die Vorstellung, dass die beiden dauerhaft unter staatliche Aufsicht geraten oder vollständig außerhalb religiöser Strukturen aufwachsen würden, empfand sie als noch schlimmer. Die Tatsache, dass sowohl Jonah als auch seine Schwester magisch waren, belastete das Verhältnis zusätzlich massiv. Jonahs Großmutter deutete ihre Fähigkeiten als etwas Dämonisches oder vom Teufel Gesandtes und reagierte entsprechend mit Scham, religiösem Druck und Schuldzuweisungen. Die Zwillinge wurden regelmäßig zum Beten oder Beichten gedrängt und ihre Magie als sündhaft dargestellt. Gleichzeitig hatte sie selbst große Angst vor allem, was mit der Zaubererwelt zu tun hatte, weshalb sie direkten Kontakt zu erwachsenen Zauberern oder Hogwarts weitgehend vermied. Sie missbilligte die Schule und die Magie der Kinder zutiefst, wagte jedoch nicht, sich offen mit der Zaubererwelt anzulegen oder die Zwillinge aktiv von Hogwarts fernzuhalten. Nachdem Jonah und seine Schwester volljährig geworden waren, kehrte ihre Großmutter schließlich in die Amish-Gemeinschaft zurück. Sie versuchte zwar noch, die Zwillinge davon zu überzeugen, mit ihr zurückzugehen und ihr früheres Leben hinter sich zu lassen, scheiterte damit jedoch endgültig. Nach seinem Schulabschluss arbeitete Jonah zunächst auf eine Laufbahn als Heiler hin und fand schließlich seinen Platz im St. Mungos Hospital. Kurz nach seinem achtzehnten Geburtstag lernte er durch Zufall seine spätere Ehefrau Linda kennen: eine Schauspielerin, in die er sich augenblicklich verliebte. Die Beziehung entwickelte sich schnell zu dem emotionalen Mittelpunkt seines Lebens. Gemeinsam bauten sie sich ein Zuhause in Truro auf, bekamen neun Kinder und führten über viele Jahre hinweg eine enge, liebevolle Ehe. Linda war für Jonah nicht nur seine Partnerin, sondern die große Liebe seines Lebens, sein sicherster emotionaler Ort und der Mensch, mit dem er alt werden wollte. Der plötzliche Tod seiner Frau im Jahr 1985 veränderte sein Leben erneut grundlegend. Jonah blieb mit neun Kindern zurück und musste lernen, Familie, Beruf und Trauer gleichzeitig zu tragen. Seitdem definiert sich ein großer Teil seines Lebens über seine Rolle als Vater. Seine Kinder wurden zum Mittelpunkt seines Alltags und gleichzeitig zum wichtigsten Beweis dafür, dass aus seiner eigenen schmerzhaften Vergangenheit dennoch etwas Liebevolles und Beständiges entstehen konnte. Eintrag vom 03.03.1967: Liebes Tagebuch, Heute Abend hat sie Ja gesagt. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Angst gehabt wie in den Minuten, bevor ich gefragt habe. Nicht einmal bei meinen Prüfungen in Hogwarts. Nicht einmal an meinem ersten Tag in St. Mungo’s. Ich hatte das Gefühl, mein Herz würde mir die Rippen brechen. Und dann hat Linda gelacht. Nicht über mich. Nie auf eine grausame Weise. Sondern dieses warme, helle Lachen, bei dem sie den Kopf leicht nach hinten legt und einen anschaut, als wäre ich das Beste in dieser Welt. Ich glaube wirklich, dass kein Mensch jemals schöner gewesen ist als sie in diesem Moment. Sie hat gesagt, natürlich würde sie mich heiraten. Als wäre das die offensichtlichste Entscheidung der Welt. Wir haben noch lange zusammen gesessen am offenen Fenster der Feuertreppe. Diese Wohnung im verregneten London... Seit wir hier eingezogen sind, haben wir gesagt, dass wir hier ausziehen müssen. Es ist definitiv zu klein für eine Familie. Aber nun scheint es greifbarer, dass wir all das hier in naher Zukunft hinter uns lassen. Jetzt genieße ich es Linda in meinem Arm zu haben und die kalte nasse Abendluft zu spüren, während wir unseren Rotwein genießen. Ich habe ihr erzählt, dass ich sie damals nicht „zufällig“ angesprochen habe. Dass ich fast eine Woche lang um dieses verdammte Theater herumgeschlichen bin wie ein Verrückter, nur um herauszufinden, wann sie kommt und geht. Dass ich wusste, welchen Tee sie trinkt, weil ich die Bestellungen im Café beobachtet habe. Ich hatte schon ein wenig Angst, dass sie mich für verrückt erklären würde. Aber wir haben gesagt, wir sind gnadenlos ehrlich zueinander, schließlich werden wir heiraten. Aber sie hat so sehr gelacht, dass sie geweint hat. Und dann hat sie mich geküsst und gemeint, sie hätte sich damals schon gedacht, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. "Abgesehen davon, dass ich ein Zauberer bin?" fragte ich sie und sie hat nur noch mehr gelacht. Ich kann nicht aufhören, auf den Ring an ihrer Hand zu schauen. Meine Verlobte. Das klingt völlig absurd. Manchmal frage ich mich, ob Menschen wie ich überhaupt für so etwas gemacht sind. Für Liebe. Für Glück. Für ein Zuhause, das nicht aus Angst besteht. Ein Teil von mir wartet immer noch darauf, dass jemand auftaucht und sagt, dass ich das alles nicht haben darf. Aber heute Abend war dieser Teil leiser. Vielleicht zum ersten Mal überhaupt. Eintrag vom 18.02.1969 Liebes Tagebuch, Linda ist schwanger. Ich schreibe diesen Satz jetzt zum fünften Mal, weil ich immer wieder lachen oder weinen muss, bevor ich fertig bin. Ich werde Vater. Sie hat es mir heute Morgen gesagt, vollkommen ruhig, während sie in der Küche stand und Tee gemacht hat, als würde sie mir erzählen, dass wir Milch kaufen müssen. Ich glaube, ich habe sie einfach nur angestarrt wie ein Idiot. Sie fragte irgendwann: „Jonah, atmest du noch?“ Und offenbar habe ich tatsächlich vergessen zu antworten. Dann hat sie angefangen zu weinen. Und ich auch. Ich hatte nie wirklich einen Plan für mein Leben. Nicht im eigentlichen Sinne. Als Kind dachte ich immer nur daran, irgendwie heil erwachsen zu werden. Später wollte ich einfach Heiler werden. Nützlich sein. Niemandem weh tun. Dann traf ich Linda und sie wurde mein Plan. Sie jeden Tag glücklich zu machen und für sie der beste Ehemann zu sein, der ich kann. Und jetzt wird da ein kleiner Mensch sein. Unser kleiner Mensch. Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und furchteinflößend an. Ich habe solche Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst davor, meinem Kind dieselben Ängste mitzugeben, mit denen ich selbst aufgewachsen bin. Diese ständige Scham. Das Gefühl, nie gut genug zu sein. Immer falsch. Immer kurz davor, etwas zu verlieren. Aber vielleicht kann man Dinge wirklich anders machen. Vielleicht kann ein Kind aufwachsen, ohne Angst vor seinem eigenen Zuhause zu haben. Linda meinte heute, unser Kind werde bestimmt meine Augen bekommen. Ich hoffe nicht. Meine Augen sehen ständig aus, als hätte ich seit drei Tagen nicht geschlafen. Ich hoffe, es bekommt ihr Lachen. Gott, ich hoffe wirklich, dass es ihr Lachen bekommt. Eintrag vom 10.08.1984 Es sind zwei Tage vergangen und ich verstehe immer noch nicht, wie die Welt einfach weitermachen kann. Heute Morgen ging die Sonne auf. Wie kann die Sonne aufgehen, wenn Linda tot ist? Das klingt verrückt. Ich weiß. Aber ich meine es ernst. Irgendetwas hätte doch stehen bleiben müssen. Wenigstens für einen Moment. Die Kinder brauchen Frühstück. Wäsche muss gemacht werden. Irgendjemand hat gefragt, wo die Schulsachen sind. Ich habe geantwortet. Ich habe Essen gekocht. Ich habe jemanden getröstet. Ich habe funktioniert. Und zwischendurch vergesse ich manchmal für vielleicht drei Sekunden, dass sie tot ist. Dann trifft es mich wieder wie ein Fluch. Heute habe ich automatisch zwei Tassen Tee gemacht. Ich habe ihre Seite des Bettes angesehen und wirklich erwartet, dass sie dort liegt. Ein Teil von mir wartet die ganze Zeit darauf, dass sich die Tür öffnet und sie zurückkommt, weil irgendwo ein Fehler passiert sein muss. Ich bin Heiler. Menschen sterben. Ich weiß das. Ich habe Familien diese Nachrichten selbst überbracht. Aber das hier fühlt sich an, als hätte jemand die falsche Person aus der Welt gerissen. Die Kinder versuchen tapfer zu sein. Manche reden viel, Flo und Daisy. Wobei Daisy eher damit beschäftigt ist Flo aufzufangen. Aber sie ist 13. Es sollte nicht ihre Aufgabe sein. Manche gar nicht, Meadow ist so still, dass ich nachsehen muss, ob sie noch da ist. Aber sie ist es. Zusammengerollt in eine Decke liegt sie in ihrem Bett und möchte Niemanden sehen. Ich weiß nicht, ob ich genug bin für sie. Oder für irgendeins meiner Kinder. Ich weiß nicht, wie ich gleichzeitig Vater und Mutter sein soll. Linda konnte Räume heller machen, allein dadurch, dass sie in ihnen stand. Ich kann nur versuchen, alles irgendwie zusammenzuhalten. Vorhin hat eines Anthea gefragt, ob ich jetzt auch sterbe. Ich glaube, in diesem Moment ist etwas in mir zerbrochen. Ich habe natürlich Nein gesagt. Sofort. Ruhig. Sicher. Aber die Wahrheit ist, dass sich ein Teil von mir bereits mit ihr begraben anfühlt. |