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Ginny Weasley - Ginny Weasley - 14.09.2026 Ginny liebte Weihnachten, schon so lange sie denken konnte. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass es Geschenke und jede Menge leckeres Weihnachtsgebäck gab und der Fuchsbau dann immer besonders schön und liebevoll dekoriert war. Auch wenn Ginny es niemals laut zugegeben hätte, fand sie es auch immer toll und irgendwie, naja, rührend, dass Molly bis heute auch jedes Jahr den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, den sie als kleine Kinder kreiert hatten, vom Dachboden holte und völlig selbstverständlich zwischen die anderen Dekorationen mischte. Das alles war super und besonders und machte die Feiertage an sich schon schön, aber der wahre Grund, weshalb die jüngste Weasley diese Tage so sehr liebte war, dass dann für gewöhnlich die ganze Familie zusammenkam. Vielleicht mochte es es erstaunlich klingen, weil man im Fuchsbau selten einmal einen Moment hatte, in dem man wirklich ganz alleine war, aber es wurde eben auch seltener, dass wirklich alle da waren. Ihre Brüder Bill und Charlie lebten schon eine Weile nicht mehr unter einem Dach mit dem Rest ihrer Familie und auch wenn sie deutlich älter waren als ihre einzige Schwester, fehlten sie ihr hin und wieder immer mal wieder, während Diskussionen, wenn sie sich fragte, was die beiden wohl dazu sagen würden oder einfach so, im allgemeinen Familienchaos. Ginny konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb die beiden nicht immer hier sein konnten, sie hatten beruflich viel um die Ohren und gerade Charlie war eben auch viel im Ausland unterwegs. Aber zu Weihnachten versuchten beiden, bei der Familie zu sein. Der Fuchsbau fühlte sich dann immer ein wenig vollkommener und noch etwas heimeliger an. Etwas komplizierter war es da für sie mit Percy. Er war schon seit sie denken konnte, immer eher das Gegenteil von ihr gewesen und während sie bei ihren ältesten Brüdern gerne zuhörte, wenn diese ihre Meinung in Gesprächen kundtaten, hatte er etwas an sich, was sie manchmal schon dazu trieb, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn er nur Luft holte, um etwas zu sagen, manchmal auch nicht nur innerlich. Besonders, seit er beim Ministerium arbeitete, war Percy schwierig geworden mit seinen Aussagen und seinen Ansichten und manchmal hatte sie fast das Gefühl, dass es ihm unangenehm war, ein Weasley zu sein. Und doch war Percy ihr Bruder. Etwas in Ginny würde ihn immer lieben und immer als Teil der Familie betrachten, genau wie jeden anderen ihrer Brüder auch. Aus dem Grund freute sie sich auch über seine Anwesenheit während der Feiertage und auch, weil es doch immer unglaublich viel Spaß machte, ihn zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Das war bei ihm leider fast genauso leicht wie bei Ron, was es aber keinesfalls langweiliger machte. Sie war ganz sicher, dass Fred und George ihr da voll und ganz zustimmen würden. Die Zwillinge und Ron hatte Ginny das ganze Jahr um sich. Sie gingen zusammen nach Hogwarts, waren in dasselbe Haus eingeteilt und spielten sogar alle vier in der Quidditchmannschaft von Gryffindor. Von all ihren Geschwistern standen die drei ihr wohl auch am nächsten, konnten sie aber auch oftmals am meisten in den Wahnsinn treiben. Keiner konnte Ginny so oft zum Lachen bringen wie ihre Brüder George und Fred. Trotz aller Albernheiten und ihrem Hang, Percy und Ron aufzuziehen und zu ärgern, wusste sie bei ihnen einfach, dass sie das Herz am rechten Fleck hatten und dafür liebte sie die beiden sehr, auch wenn das ebenfalls etwas war, was sie eher selten laut aussprechen würde. Und Ron… bei ihm hatte Ginny manchmal das Gefühl, dass sie die Ältere von beiden sei und manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie fast ein wenig von Molly in sich erkannte, wenn sie mit ihm sprach. Ihrer Meinung nach brauchte er manchmal eben jemanden, der ihm einen kleinen Schubs gab oder ihn sinnbildlich an die Hand nahm. Aber das war okay. Ginny wusste ja, dass mehr in ihrem Bruder steckte, als er die meiste Zeit über selbst zu glauben schien und sie war ganz sicher, dass er das irgendwann auch entdecken würde. Wenn Ginny also an den Weihnachtsfeiertagen durch den Fuchsbau ging, dann war sie immer voller Vorfreude darauf, all diese Chaoten - allen voran auch ihren Vater und seine begeisterten neuen Erkenntnisse aus der Welt der Muggel - wieder um sich zu haben und für diese paar Tage alles andere, was da draußen in der Welt so los war, ausblenden zu können. Sie wollte mit Charlie über die Drachen sprechen und mit Ron und den Zwillingen durch das Schneegestöber auf ihrem Besen um den Fuchsbau herumzujagen. Sie wollte den Geruch der heißen Schokolade, die ihre Mutter zubereitete und die besser war als alles, was man ja zuvor getrunken hatte, in der Nase haben. Und natürlich freute sie sich auf die Weasley-Weihnachtspullis, die einfach schon Tradition hatten und die zwar so sehr kratzten, von ihnen allen aber mit Begeisterung getragen wurden. Und wenn sie ganz ehrlich war, dann durfte auch Harry Potter in dieser Zeit nicht mehr fehlen, um die Welt im Fuchsbau für kurze Zeit heile zu machen. |