Äußerliche Erscheinung
Branwen übersieht man selten. Nicht, weil sie sich bewusst in den Mittelpunkt drängt, sondern weil sie irgendwie immer in Bewegung ist: ein wippender Fuß oder unruhige Finger, die auf Oberflächen trommeln; ein aufmerksamer Blick, der dennoch flatterhaft von einem Geräusch zum nächsten Detail springt oder lose Haarsträhnen, die gezwirbelt oder geflochten werden. Und dabei wirkt sie immer kraftvoll und energisch, manchmal sogar ungeduldig, aber seltsamerweise trotzdem selten unbesonnen. Man sieht der Hexe an, dass sie zupacken kann; dass sie widerstandsfähig und beweglich ist und auf ihren Körper achtet.
Dazu kommt das auffällige Haar. Von Natur aus ist es dunkel, gelockt und dicht und je nach Tagesplan fällt es Branwen offen über die Schultern, wird schlicht zurückgebunden oder in einer Weise hochgesteckt, die zwar als praktisch empfunden werden könnte, sich aber Minuten später dann doch schon wieder halb dekonstruiert hat. Ganz gleich jedoch wie angekokelt der Saum ihrer Jacke oder wie schmutzig ihre Stiefel sind: Branwens Haare sind gepflegt und haben Farbe. Zumeist finden sich violette, rosafarbene oder pinke Strähnen darin – manchmal nur kleine Farbakzente und manchmal so deutlich, dass ihre Mähne zu leuchten scheint.
Dieser wilde Schopf umrahmt ein Gesicht, dessen warme Züge und Offenheit nahezu entwaffnend wirken können. Die dunkelbraunen Augen scheinen zwar immer in Bewegung, sind jedoch überaus aufmerksam. Umrahmt von ebenso dunklen Wimpern und markanten Brauen sind ihre Züge ausdrucksstark und verraten schneller ihre Gefühle, als ihr manches Mal lieb wäre. Zurückhaltung existiert in Branwens Wortschatz jedoch kaum und Freude, Ungeduld, Begeisterung und auch Ärger sind ihr schnell an der Nasenspitze anzusehen.
Auf die Pflege ihrer Haut legt Branwen großen Wert. Nicht weil sie im klassischen Sinn eitel wäre, sondern weil sie in ihrer frühen Jugendzeit mit unreiner Haut und einer leichten Form von Akne zu kämpfen hatte. Inzwischen kaum mehr sichtbare Narben an den Schläfen und Wangen erzählen noch von den Schwierigkeiten und kleine Rituale der Reinigung und Pflege helfen ihr dabei, erneute Ausbrüche zu vermeiden. Die verbrachte Zeit unter freiem Himmel – aus Freude an der Natur während der Schulzeit, seit ihrem Ausbildungsbeginn auch aus Pflicht – zwingt Branwen zudem zu täglichem Sonnenschutz. Ihre von Natur aus dunklere Haut rötet zwar nicht so schnell wie die manch anderer, ist aber ebenso wenig unempfindlich gegenüber der Sonne, Wind, Ruß und Hitze.
Ähnlich intensiv pflegt Branwen ihre Hände. Die Nägel trägt sie immer kurz und so gepflegt, wie es ihr ihre Ausbildung eben zulässt. Dreck unter den Nägeln oder auch rissige Nagelhaut kann die Waliserin jedoch nicht leiden. Gleichzeitig ist es aber auch eindeutig, dass sie Hände besitzt, die vor harter Arbeit nicht scheuen: kleine Kratzer, vereinzelte Brandspuren und raue Stellen, die mit viel Handcreme behandelt werden, sind bei genauer Betrachtung sichtbar.
Die junge Hexe mag körperbetonte Schnitte, dunkle Farben und Kleidungsstücke, in denen sie sich schön und trotzdem auf alles vorbereitet fühlt. Gleichzeitig sollen jene auch noch Materialien sein, in denen sie sich gut bewegen kann, die Schmutz nicht sofort aufsaugen und sich auch bei Hitze nicht instant auflösen – Kleidung, die zum einen praktisch, aber auch ästhetisch ansprechend ist. Robuste Stiefel und Handschuhe aus Drachenleder, dunkle Hosen und eng anliegende Oberteile sowie wetterfeste Jacken gehören zu Branwens Alltag im Reservat – seltener sieht man Branwen in klassischen Roben, Kleidern oder gar Röcken; wobei sie durchaus welche besitzt. Gedämpfte Farben wie Anthrazit, gräuliche Brauntöne, Olive oder auch waldige Grünnuancen dominieren, weil man den Ruß, die Erde und den Staub weitaus weniger schnell darauf erkennt. Die Farbtupfer trägt sie immerhin so oder so im Haar … und nicht selten auch auch auf den Lippen.
Die Familie und die (walisische) Heimat
Offiziell lebt Branwen bei ihrer Familie in Llanberis, in dem schmalen Reihenhaus mit grauen Steinwänden, weiß gestrichenen Fensterrahmen und dunklem Schieferdach, das die Familie ihrer Mutter seit Generationen ihr Eigen nennt. Ein kleiner Vorgarten voller Blumen und ein winziger Garten mit Wäscheleine und Schuppen schmücken das ehemalige Steinbrucharbeiterhaus und trotz der kompakten Größe bietet es Platz für alle Starlings und Griffiths – nur Branwens Onkel Emrys lebt mit seiner Gattin am anderen Ende des Dorfes.
Zwar befinden sich in ihrem Zimmer nicht nur all die liebgewonnenen Kindheitserinnerungen, alte Muggel-Schulbücher und jede Menge Poster von Muggel-Bands sondern auch Quidditchteams, dennoch verbringt Branwen den Großteil der Woche inzwischen in der ebenso winzigen Unterkunft, die ihr zu Beginn ihrer Ausbildung als Drachenwärterin in der Nähe des Reservats zugewiesen wurde. An manchen Wochenenden und auch zu besonderen Anlässen kommt die Waliserin jedoch gerne zurück in den Schoß ihrer lauten, chaotischen und liebevollen Familie.
Es lässt sich dennoch nicht verleugnen, dass Branwens Familie gegenüber der magischen Welt zwar aufgeschlossen, oft aber auch einfach nur ratlos ist. Als einzige Hexe zwischen Muggeln fühlt sie sich trotz all der Liebe – besonders für ihre zwei jüngeren Brüder – oft am falschen Ort und zeitweise auch schlicht unverstanden. Dabei bringen gerade Rhys und Dylan ihr große Bewunderung entgegen; besonders der Jüngere idealisiert seine ältere Schwester nahezu unreflektiert, während der Ältere seiner Faszination für diese andere Welt zwar Ausdruck verleiht, aber Branwen auch immer wieder spüren lässt, dass sie ihn augenscheinlich verlassen hat.
Aktuell verteilen sich ihre wenigen Habseligkeiten jedoch sogar auf drei Orte: das Elternhaus, die Ausbildungsunterkunft des Reservats in den nebeligen Höhen von Wales und auf eine magisch vergrößerte Reisetasche, aus der sie lebt, seit sie in London weilt. Dort wirft sie das Zimmer im ›Tropfenden Kessel›, ganz in der Nähe zum neuen Arbeitsort, mitten hinein in die magische Welt Großbritanniens und überreizt und fesselt Branwen zugleich.
Stammbaum
väterlicherseits
Matthew John Starling [ *1929 | Muggel ]
⚭ Helen Isabelle Starling geb. Bennett [ *1931 | Muggel ]
– Thomas Brannon Starling [ *1953 | Muggel ]
⚭ Eleri Siân Starling geb. Griffiths [ *1954 | Muggel ]
––– Branwen Isabeau Starling [ *1975 | Muggelstämmig ]
––– Rhys Gareth Starling [ *1980 | Muggel ]
––– Dylan Owain Starling [ *1986 | Muggel ]
mütterlicherseits
Dafydd Gareth Griffiths [ *1927 | Muggel ]
⚭ Brynn Siân Griffiths [ *1929 | Muggel ]
– Eleri Siân Starling geb. Griffiths [ *1954 | Muggel ]
⚭ Thomas Brannon Starling [ *1953 | Muggel ]
––– Branwen Isabeau Starling [ *1975 | Muggelstämmig ]
––– Rhys Gareth Starling [ *1980 | Muggel ]
––– Dylan Owain Starling [ *1986 | Muggel ]
– Lowri Siân Griffiths [ *1958 | Muggel ]
– Emrys Owain Griffiths [ *1964 | Muggel ]
⚭ Jennifer Winnifred Griffiths geb. Roberts [ *1966 | Muggel ]
Vorlieben und Abneigungen
- starken Schwarztee, ungesüßt
- rosenholzfarbener Lippenstift
- Drachen, insbesondere den ›Gemeinen Walisischen Grünling‹
- Gewitter und den frischen Geruch danach
- Quidditch, aber nur als Zuschauerin
- Lederjacken
- Direkte, ehrliche Konversationen
- Muggelmusik, gerne mit lauten Gitarren
- Notizbücher voller Skizzen
- das Gefühl ernst genommen und gesehen zu werden
- starre Bürokratie, Formulare und Wartezeiten
- angespannte Stille
- Tierquälerei
- Dreck unter den Fingernägeln
- langatmige, theoretische Vorträge ohne praktischen Nutzen
- schwere, süße Parfums
- Unpünktlichkeit, obwohl sie selbst stets einen Kampf mit der Uhr führt
- falsche Freundlichkeit
- Schuhe, in denen man nicht rennen kann
- als ›zu viel‹ abgestempelt zu werden
