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Alexander Macmillan - Alexander Macmillan - 21.02.2026 Eilig führten ihn die Schritte über den schmalen Weg durch das hohe Gras. Wenige Menschen verirrten sich hier raus, in die scheinbar endlose Weite der schottischen Highlands. Eine Abgeschiedenheit, die man liebte oder hasste. Die er und seine Familie immer geliebt hatten und die ihnen im Krieg Schutz vor den Todessern versprochen hatte. Genügend Schutzzauber hatten sie errichtet, denn sie hatten überlebt. Und er eilte, um ihnen die Nachricht zu übermitteln, die sich wie ein Lauffeuer in der magischen Welt verbreitete. Voldemort war besiegt. Er hatte diesen Krieg verloren und sie alle hatten die versprochene Freiheit wiedererlangt. Sie würden die Abgeschiedenheit verlassen und nach Hause zurückkehren können. Gemeinsam mit den Freunden feiern und endlich das Leben genießen können, für das nicht nur er so sehr gekämpft hatten. Sie wären dort. Sie alle. Amany und seine Kinder. Sie würden sich lachend in den Armen liegen und sich gemeinsam freuen. Als eine Familie und die Zukunft erleben, die sie sich als Eltern für ihre Kinder erträumt hatten. Ein Raum gefüllt mit Leben und Liebe würde ihn empfangen. Alles, wofür er gekämpft hatte, ihre lachenden Gesichter endlich wieder sehen können. Ohne Furcht. Ohne die Gewissheit, nicht lange bleiben zu können. Auch ohne die Furcht, sie nie wieder sehen zu können und sein eigenes Leben zu verlieren. Und es würde nur ein Traum bleiben. Weil er zwar das Ende des Krieges erleben würde, aber es nie wirklich würde feiern können. Keine Freude, keine Erleichterung über einen vermeintlichen Sieg, an den er nicht glauben konnte. Kaum jemand war geblieben, der nicht Familie oder Freunde hatte betrauern müssen. Sein Verlust war nichts besonderes in einer Welt, in der es ein Gefühl war das jeder kannte. Jede Familie hatte ihn: Den Platz, der einmal einem Familienmitglied gehört hatte und der nun für immer unbesetzt bleiben würde. Er sollte damit besser umgehen können. Doch als alle anderen fröhlich feierten und sich mit ihren verbliebenen Liebsten in den Armen lagen, da konnte er diese Gefühle einfach nicht teilen. Denn zwar gab es noch immer ein Elternhaus, in das er zurückkam und Familie, die er umarmen konnte. Doch es war nicht seine Frau und auch nicht seine Kinder. Sie waren der Preis, den er zu zahlen hatte. Für den Traum von Frieden, für den er gekämpft hatte und er hatte immer gewusst, dass auch er einen Preis dafür zahlen musste. Allerdings hatte er daran geglaubt, dass es sein eigenes Leben sein würde, mit dem er zahlen würde. Nicht ihre Leben. Nicht die von ihnen allen. Und wo sich der Blick von vielen auf eine friedliche Zukunft richtete, da blieb ihm nur der Blick zurück. In eine Vergangenheit, in der er glücklich gewesen war. In der er fast alles gehabt hatte. Seine Ehe mit Amany mochte damals nicht aus Liebe entstanden sein, sondern war die Folge der ideologischverseuchten Weltsicht, die schließlich den Untergang seiner eigenen Familie eingeläutet hatte. Als Erbe einer angesehenen reinblütigen Familie hatten seine Eltern nicht sofort eine Entscheidung über seine Zukunft treffen müssen, sich dazu aber genötigt gesehen, als sie erfuhren, dass ihr Sohn und Erbe sich ein wenig zu gut mit Halbblütern und Muggelstämmigen verstand. Es fühlte sich vollkommen falsch an, als er Amany den Ehering und das damit verbundene Versprechen gab. Weil weder er sie, noch sie ihn liebte. Sie waren hier, weil es ihre Familie besprochen und für sie vereinbart hatten und voller Erwartungen auf die hoffentlich ‘erfolgreiche’ Ehe der beiden blickten. Erfolgreich, aber nicht glücklich. Weil es keine Rolle spielte, ob sie in ihrer Ehe glücklich waren oder nicht. Für Alexander spielte es eine große Rolle. Und so gab es keine Hochzeitsnacht, in der sie taten, was die Gesellschaft von ihnen erwartete, sondern was sie wollten. Sie lernten sich kennen, unterhielten sich die ganze Nacht hindurch und so blieb es für viele Nächte. Ihre Geschichte wäre nie die Vorlage für einen großen Liebesroman gewesen, wo sich die Protagonisten für die Rebellion gegen die gegebene Ordnung entschieden hatten und ihr eigenes Glück über das der Gesellschaft stellten. Sie hatten sich der Ordnung gebeugt, so wie man es von ihnen erwartet hatte. Der Anfang mochte keine Romantik enthalten haben, doch ihre Geschichte war voll davon. Weil sie mehr als Freundschaft und Respekt füreinander empfanden, weil es keine stürmische, aber dafür gewachsene und standhafte Liebe war, die sie füreinander empfanden. Amany wurde die große Liebe seines Lebens und sie unterstützten sich gegenseitig in allen Entscheidungen ihres Lebens. Selbst dann, als der Krieg immer deutlicher zu spüren war und die Bedrohungen schmerzhafter und gefährlicher wurden. Nicht ein einziges Mal bat sie ihn seinen Job aufzugeben und sich zurückzuziehen. Sie bat ihn nie darum, dass er die Sicherheit seiner Familie über den Frieden stellte. Der Konsequenzen waren sie sich beide bewusst und sie beide glaubten daran, dass es am Ende des Krieges Amany sein würde, die den Kindern von dem Vater erzählen würde, der sein Leben für ihre Freiheit und Sicherheit geopfert hatte. Sie würde es ihnen nie erzählen. Denn am Ende waren es die Klatschblätter, die von dem tragischen Helden berichteten, der den Krieg zwar überlebte, aber die eigene Familie hatte zu Grabe tragen musste. Davon, dass sie ermordet wurden, als er in der Hand der Todesser gewesen war und die schlimmste Folterunf seines gesamten Lebens hatte ertragen müssen. Die schlimmste bis dahin. Der nach seiner Rettung am Krankenbett hatte erfahren müssen, dass er sie verloren hatte. Davon, dass seine jüngste Tochter doch erst fünf gewesen war, als man sie hatte beerdigen müssen. Jedes noch so kleine Detail lag ausgebreitet vor der Welt und jeder, ob es ihn interessierte oder nicht, konnte es nachlesen. Details die wahr waren, Details die erfunden waren. Die Geschichte des tapferen Auroren, der sich trotz der eigenen Verletzungen wieder in den Kampf geworfen hatte und sich weiterhin den Todessern entgegengestellt hatte. Sie stellten unendlich viele Fragen, wie man ein solches Schicksal ertragen konnte. Wie er es geschafft hatte nicht aufzugeben. Doch die Antwort hatte niemand wirklich hören wollen. Er hatte es nicht ertragen. Er hatte aufgegeben. Die wenigsten hatten es nur sehen wollen. Als 11-Jähriger hatte er davon geträumt, Auror zu werden. Als 26-Jähriger hatte er von einer großen, glücklichen Familie geträumt. Und nun, als 42-Jähriger, stand er vor den Trümmern seines Lebens. Er hatte keine Träume mehr. Keine Hoffnung. Ließ sich treiben von der blinden Verzweiflung und dem Wunsch nach Rache. Der Mann, der immer zurechtgekommen war, der immer einen Plan vom Leben gehabt hatte und immer einen Ausweg gesehen hatte, fand keinen für sich selbst. Er hatte selbst in den schwersten Zeiten seines Lebens immer ein offenes Ohr für die Ängste und Sorgen seiner Freunde gehabt und hat ihnen geholfen, wann immer es ihm möglich gewesen ist. Doch für sich selbst hatte er nie die angebotene Hilfe annehmen können. Seine verbliebene Familie konnte sehen, dass er nicht mehr derselbe war. Der Krieg, seine eigene Folter und schließlich der Verlust seiner geliebten Familie. Wie viel ein Mensch ertragen kann? Alexander kann von sich sagen, dass er es nicht ertragen konnte. Am wenigsten sich selbst und sein eigenes Versagen. Es spielte keine Rolle, was andere ihm sagen wollten. Es blieb das Gefühl von Schuld. Er hätte sie retten müssen. Ungeklärter Aufenthalt Deutschland, Italien, China, Indien, Australien, Oman, Südafrika, Ägypten, Spanien, Südafrika, Paraguay, Venezuela, Kuba, Puerto Rico, mehrere Staaten Nordamerika, Kanada, Frankreich Als Alexander ins Ausland ging, passierte dies definitiv nicht mit dem Wunsch oder dem Gedanken daran, für eine so lange Zeit von zu Hause fort zu sein. Und ganz gewiss auch nicht, dass er in dieser Zeit nahezu alle Kontinente bereisen würde. Den einzigen, den er nicht bereiste, war die Arktis. Als ziellos lässt sich diese Reise definitiv beschreiben, denn nein, es gab kein Ziel und kaum einen Ort, an dem er sich für längere Zeit wirklich aufhielt. Es war ein Leben aus dem Koffer, eine Suche nach Frieden, den er in diesen 11 Jahren aber nie wirklich irgendwo finden konnte. Sein erster Weg führte ihn auf dem europäischen Kontinent, wo er vor allem die meiste Zeit in Deutschland und Italien verweilte. Italien, weil er hier all die Sehenswürdigkeiten besuchen wollte, die er immer schon gerne besuchen wollte. Und Deutschland für all jene, von denen Amany immer gesprochen hatte. Orte, die sie gemeinsam besuchen wollen und es immer für die Zeit nach dem Krieg aufgeschoben hatten. Es gab diese Zeit, es gab die Zeit nach dem Krieg, aber keine gemeinsame mehr. Und eigentlich hatte er danach zurückkehren wollen, denn ganz gleich wie schön ein Urlaub auch es, man freut sich dennoch darauf nach Hause zukommen. Wieder im eigenen Bett zu schlafen und die vertrauten eigenen Wände wieder um sich herum zu haben. Was aber, wenn dieser Ort, der eigentlich Ruhe und Sicherheit verspricht, der Ort geworden ist, an dem man beides am wenigsten finden kann? Ein Teil von ihm wollte wieder nach Hause, doch ein anderer, der sehr viel dümmere und unvernünftigere Teil, der wollte einfach nur weg. So weit, wie es irgendwie ging, als würden genügend Kilometer, auch genügend emotionalen Abstand bringen. Es gab nie ein Ziel für Alexander, weil es nie einen Ort gab, an dem es sich wirklich gut anfühlte zu bleiben oder zu sein. Weil es eben nie zu Hause war. Da war keine Furcht darüber, was ihm vielleicht auf diesen Reisen passieren könnte, denn was konnte es schon noch schlimmeres geben, was sie ihm antun könnten, was ihm nicht schon längst angetan worden war. Das eigene Leben zu verlieren war nichts mehr, was ihm Angst einjagen konnte. Ganz gleich ob auf der chinesischen Mauer, im Finanzzentrum von Shanghai oder im australischen Outback, aufregend war es immer, aber auch immer unwirklich. Als wäre das hier gar nicht sein Leben, sondern das eines anderen. Es gab keinen Augenblick, keinen Moment an dem er irgendwo saß oder stand und sich bewusst entschied, dass er nicht zurückkehren wollte oder sich bewusst dazu entschied, nur noch selten Briefe zu schreiben. Es passierte im Laufe der Zeit. Es passierte, langsam, schleichend. Weil er nicht mehr lesen wollte, dass sie ihn vermissten, dass es nicht seine Schuld gewesen sei und wie sehr man sich doch wünschte, dass er wieder nach Hause kommen würde. Noch viel weniger, dass sie sich wünschten, er würde wieder glücklich sein können. Die längste Zeit, mal abgesehen von Deutschland und Italien, verbrachte Alexander in Frankreich, wo er seine Jugendliebe besuchte. Eleanor, die Frau, die er weder lieben, noch hatte heiraten dürfen. Die Frau, die er im Gegensatz zu seiner eigenen, vor den Schrecken des Krieges hatte retten können und die sich nun mit ihrem Mann und ihren Kindern ein Leben in Frankreich aufgebaut hatte. Sie blieb ihm eine Weile zu bleiben, nicht um alten Gefühlen einen neuen Raum zu geben, sondern weil er ihr geholfen hatte, als sie es am meisten gebraucht hatte. Und er nun dringend Hilfe gebrauchen konnte. Sie war es, die ihn dazu brachte wieder Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen, sie brachte ihn dazu, dass er endlich wieder nach Hause zurückkehren wollte. Denn es stimmt schon: Hatten ihm die vergangenen Jahre doch sehr deutlich gezeigt, dass er nirgendwo sein wollte. Nie wirklich irgendwo ankommen konnte, weil er sich immer nach zu Hause sehnte. Weil er immer noch genug hatten, wofür es sich lohnte heimzukommen. Immer noch genügend Menschen, die noch immer seine Familie waren. |