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Minerva McGonagall - Druckversion

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Minerva McGonagall - Minerva McGonagall - 31.12.2025

Das Büro des Schulleiters wirkte wie immer unverändert. Zu ordentlich. Zu ruhig. Die Instrumente summten leise, als hätten sie keine Ahnung davon, was sich in den Fluren abspielte. Minerva stand vor dem Schreibtisch, den Rücken gerade, die Hände ineinandergelegt, als hielte sie sich selbst an Ort und Stelle. Sie wartete, bis die Tür geschlossen war. Einen Moment lang sagte sie nichts. Nicht, weil ihr die Worte fehlten – sondern weil sie wusste, dass sie die falschen sein könnten, wenn sie zu früh kamen. „Albus“, begann sie schließlich. Ihre Stimme war ruhig. Zu ruhig vielleicht. „So kann es nicht weitergehen.“ Albus sah sie über den Rand seiner Brille hinweg an, sagte zunächst nichts. Minerva war dankbar dafür. Sie wusste, dass er ihr zuhörte. „Ich unterrichte seit Jahrzehnten“, fuhr Minerva fort. „Ich habe Generationen kommen und gehen sehen. Kriege. Ruhezeiten. Aufstände und Gleichgültigkeit.“ Eine kurze Pause. Ihre Finger spannten sich minimal. „Und ich habe gelernt, wann man eingreifen muss, bevor Schaden entsteht.“ Sie trat einen Schritt näher an den Schreibtisch, hielt dann inne. Nicht weiter, ermahnte sie sich. Beherrschung. „Was derzeit unter dem Deckmantel von Ordnung geschieht“, sagte sie ruhig, „ist… leise.“ Ein scharfes Einatmen. „Und genau das macht es gefährlich.“ Ihr Blick glitt am Fenster vorbei, ohne etwas wahrzunehmen. „Dolores Umbridge nennt es Ordnung“, sagte Minerva. Ein Hauch von Schärfe schlich sich in ihre Stimme. „Aber es ist Kontrolle. Und Kontrolle ohne Vertrauen zerstört mehr, als sie schützt.“ Sie schwieg. Länger diesmal. „Ich werde das nicht dulden“, sagte sie schließlich. Nicht laut. Nicht kämpferisch. Einfach als Feststellung. „Nicht in meinem Unterricht. Nicht in meinem Haus. Nicht in dieser Schule.“ Dumbledore bewegte sich endlich, trat näher. Minerva sah ihn an, suchte keine Zustimmung, sondern Verständnis. „Ich bin nicht naiv“, sagte sie ruhig. „Ich weiß, dass wir uns nicht offen widersetzen können. Aber Schweigen wäre schlimmer.” Sie richtete sich ein wenig auf. Die Haltung der Professorin. Der Hauslehrerin. Der Stellvertreterin. Doch unter all dem lag etwas anderes: Sorge. Und eine stille, kompromisslose Entschlossenheit. „Hogwarts war nie ein Ort der Angst“, sagte Minerva abschließend. „Und solange ich hier stehe, wird es auch keiner werden.“